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Kleine Anleitung zum Arbeiten mit der Lumbeck-Presse

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Die Bilder vergrößern sich einzeln durch Anklicken.

 

In dieser etwas lang geratenen Anleitung finden Sie jeweils eine Beschreibung

 

- der Lumbeck-Presse

 

- einer einfachen Leimung

 

- einer Profi-Blockbindung

 

- des Lumbeckens / Binden eines Buchblockes

 

Vorzüge der Lumbeckpresse

Die handliche Presse hat die Maße BxTxH ca. 38x22x8cm und wiegt nur ca. 1.950g! Dieses Tischgerät ist speziell für die Schulanwendung entwickelt, kann auch von kleinen  Kindern ohne Mühe gehandhabt und herumgetragen werden.

 

Sie ist leicht und gut verstaubar, hat keine scharfen Kanten, z.B. von gesägten Gewindestäben oder Kalvierband (bei Eigenbauten).

Die vier Gummifüße ermöglichen waagerechtes Arbeiten.

Die Muttern der Flügelschrauben sind eingeschlagen und versenkt - damit nicht verlierbar.

Die Presse ist aus mehrfach verleimte Holzplatten gefertigt, die Beschichtung ist abwaschbar. Die zusätzlich mitgelieferte Schraubzwinge sorgt bei Bedarf für maximalen Pressdruck am Bindegut. 

 

 

Vorbereiten der Presse

Die gelieferte Presse ist ohne Vorbereitungen einsatzbereit. Wir empfehlen aber für die Langlebigkeit dieses Werkzeugs im anspruchsvollen Schulalltag eine Präparation. Diese schadet auch beim Heimgebrauch nicht.

 

 

 

 

 

Bekleben Sie die Endseiten der Pressbretter mit handelsüblichem PVC-Paketklebeband (braun-weiß-transparent-wurscht). Hierdurch löst sich die Klebung nach dem Trocknen kinderleicht von der Presse.

 

 

 

Bekleben Sie erst die Innenseiten und ziehen Sie den Überstand des Klebebandes über die Außenkante weg.

 

 

 

 

Alles gut festdrücken - fertig.

 

 

 

 

 

Erhalten der Trennfähigkeit

Wenn sich nach einigen Leimungen doch trockener Klebstoff festsetzen will, dann können Sie das Klebeband wechseln oder, auch zu Schutz und Pflege aller mit Leim in Kontakt tretenden Oberflächen und Werkzeuge, unsere Silikonöl einsetzen.

 

 

 

 

 

 

 

Blockleimung / Einfache Leimung

Als Beispiel sei hier nun eine ganz einfache Blockleimung gezeigt.

 

Wenn Sie - wir wir allzu oft - einen kleinen Stapel Restpapier und einen entsprechend großen Endkarton  (Graupappe) haben, dann könnte die Idee aufkeimen: Da mach' ich mal 'nen Block von.

 

Eigentlich spricht nichts dagegen, aber: das kann ein Krankheitsbild werden! Man kann jeden Rest blocken, kommt dann irgendwann nicht mehr nach und belagert seine Werkstatt mit blockbaren Zukunftsaufgaben (wenn Sie uns mal besuchen und schauen möchten ...)

 

 

Genug geunkt - zur Tat.

Prüfen Sie die Laufrichtung des Papiers. Beim Block sollte die Leimkante quer zur Faserrichtung verlaufen.

 

Fächern Sie die Papierbogen gut auf und setzen Sie die zu verleimende Kante auf den Tisch auf. Hier muss eine glatte Fläche entstehen. Wer einen Stapel- oder Planschneider zur Verfügung hat setzt die der Leimung abgewandte Seite auf und schneidet einen Millimeter an der Leimseite ab (Leimschnitt). 

 

Öffnen Sie die Klemmschrauben der Presse weit genug, um Ihren sauber gesetzten Stapel mit Endkarton einschieben zu können.

 

Dann setzen Sie dir Presse mitsamt dem Blockstapel auf die Leimseite auf (Leimseite berührt den Tisch). Richten Sie ihn sauber und winklig aus.

 

 

Prüfen Sie nach dem Flachlegen der Presse vorsichtig unter leichter Belastung des Pressbrettes die Qualität Ihrer Leimkante. Ist sie noch zu uneben - nochmal die Presse drehen und leicht nachtätscheln, wenn's gar nicht will neu aufsetzen. 

 

Sind Sie zufrieden, dann schrauben Sie die beiden Flügelmuttern leicht an. Das reicht bei einer Blockverleimung völlig aus.

 

Nun streichen Sie den Blockleim parallel zu den Blattkanten auf den Block. Können Sie den Block nach dem Trocknen nicht nachschneiden und versäubern, dann müssen Sie die Blockkanten möglichst so überstreichen, dass kein Leim um die Blockkante läuft und an den Längsseiten anhaftet. Lieber einen Millimeter leimfrei lassen.

 

Pinselreinigung

Gleich nach der Leimung den Pinsel mit klarem Wasser gründlich ausspülen und wieder trocknen lassen.

 

Um die Pinselform vorn eng zu halten können Sie den feuchten Pinsel mit Hilfe eines Gummis unterstützen und ihn so trocknen lassen.

 

Block entnehmen

Sie können nach dem Durchtrocknen des Leimes (je nach Raumtemperatur sechs bis zwölf Stunden) die Schrauben lösen und das obere Brett anheben - die Leimung löst sich ab.

 

 

 

Dann entnehmen Sie den Block nach vorn aus der Presse. 

 

 

 

 

 

 

Block fertig!

Jetzt haben Sie einen schön verleimten Block - es wird nicht Ihr Letzter bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

Und hier sehen Sie den Vorteil unserer Präparation am Anfang: Die angetrockneten Leimkanten können einfach abgezogen werden.

 

 

 

 

 

 

Profi-Blocken

Wenn Sie mehrere saubere Blocks gleichzeitig mit der Presse machen wollen, so verfahren Sie wie folgt: Setzen Sie dem Fassungsvermögen der Presse entsprechen mehrere der vorbereiteten Blocks nebeneinander und übereinander ein. Über und unter jeden Stapel gehört ein kleiner Stapel gleichgroße Makulatur (zehn bis 15 Blatt reichen, hier sind es mehr um es deutlich zu zeigen).

 

 

Auf der Klemmseite aufsetzen,

 

 

von der Klappseite nachrücken und ausrichten,

 

 

Geradigkeit prüfen,

 

 

Schrauben anziehen,

 

 

Leimen - alles wie gehabt.

Ohne Planschneider müssen Sie hier auch den Kanten besondere Sorgfalt widmen, da der Block nach dem Trennen schon fertig ist.

  

 

Entfernen Sie nach dem Durchtrocknen des Leimes die Klemmschrauben und nehmen das obere Pressbrett nach ober ab oder schieben es nach hinten.

 

 

 

 

 

 

 

Nun können Sie die Blockstapel entnehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trennen der Blocks

Nun Trennen wir mit dem Buchbindermesser nacheinander die Makulaturanteile ab und die Blocks untereinander auf. Dabei das Messer immer flach halten und parallel zur Blattebene führen.

 

Das sieht schon sehr schön aus, aber uns stört der Überstand der Leimkante noch.

 

 

 

 

Deshalb müssen wir unsere Blocks durch einen Endschnitt versäubern.

 

 

 

 

Beschneiden der Blocks

Legen Sie die Blocks so in Ihren Stapelschneider/Planschneider, dass die seitliche Wiegebewegung des Messers in die Leimkante schneidet, nicht aus ihr herausfährt. Hier im Bild fährt das Messer von links oben nach rechts unten.

 

 

Ratsch … 

 

Saubere Sache. Jetzt das Gleiche auf der anderen Seite (Blocks dazu auf's „Gesicht“ legen) und am Fuß.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Lumbecken / Buchblock binden

Beim Lumbecken verwenden wir die andere, klappbare Pressenseite für die Leimung.

 

 

 

 

Wieder setzen wir unseren Block in die ausreichend geöffnete Presse. Beim fotografierten Beispiel (Handbuch-Bindung) mit Deck- und Endkarton, da nur der Rücken zum Schluss kaschiert wird. Bei der klassischen Buchbindung befindet sich ein gefalteter Vorsatz vorn und hinten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn der Block gerichtet ist und bündig an der klappbaren Kante anliegt wird der Block durch Anziehen der Flügelschrauben in dieser Position fixiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann verleimen wir zart unter leichtem Druck auf die Pressbretter mit Buchbinderleim die gerade stehende Buchrückenkante. Kein Leimbad anrichten, wir leimen noch zwei- bis dreimal dieselbe Kante!

 

 

 

 

 

Das Fächern

Jetzt drücken Sie den Block in eine Richtung und fächern damit die Leimkante auf. Auf diese geöffnete Papierfläche wird nochmals zart und zügig Leim aufgetragen. Dann wird es ebenfalls in die andere Richtung gebogen und nochmals leicht eingeleimt resp. der bereits aufgetragene Leim erneut verstrichen.

 

Das Buch darf ruhig weiter als hier im fotografierten Beispiel verformt werden. Selbstverständlich dürfen Sie das Buch nicht in der Presse knicken! Aber was es ohne bleibende Spuren aushält darf es gebogen werden.

 

Im Prinzip soll der Leim - hier rot angedeutet - nicht nur die Schnittkante des Papierbogens benetzen, sondern ebefalls 0,5 bis 1mm auf die Papierflanken aufgestrichen werden.

 

 

 

 

Nach dem Fächern können Sie die gerade stehende Leimkante nochmals glätten oder zuviel aufgetragenen Leim abnehmen.

 

 

 

 

Möchten Sie noch eine Gaze aufleimen empfiehlt sich eine kurze Reinigung der Pressbrett-Kanten. Sonst nähme die Gaze den überschüssigen Leim an und würde später im Buch unschön auftragen.

 

 

 

 

 

 

 

Gaze aufleimen

Der Gazestreifen sollte etwa 5mm kürzer sein als der Buchrücken.

 

 

 

 

 

 

Legen Sie ihn zentriert auf die noch feuchte Leimflächen und streichen Sie ihn mit Leim ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Spannen Sie das Buch zentral fest ein.

 

 

 

 

 

 

Lassen Sie es durchtrocknen. Das dauert je nach Raumtemperatur zwischen 8 und 18 Stunden.

 

 

 

 

 

Man verleimt die Gaze dann bei der Buchbindung noch seitlich mit dem Vorsatz, ehe der Buchblock in die Decke eingehängt wird.

Bei unserer Beispielleimung wird die Gaze später nur am Kartondeckel glatt abgeschnitten, da sie lediglich die Haltbarkeit der Bindung erhöhen soll (z.B. bei der Bindung selbst ausgedruckter oder kopierter Handbücher).

 

 

 

 

 

 

 

 


Die in diesen Hinweisen enthaltenen Vorschläge sind allgemeiner Natur und garantieren kein bestimmtes Ergebnis.

 

  zuletzt aktualisiert: 26.04.2013